Überlegungen zu "Luft aus dem Arsch"

Luft aus dem Arsch. Wer kennt das Dilemma, wenn ein Mann die Frau gerade oral befriedigt, der Orgasmus kurz vor der Tür steht, und beim Aufstöhnen gleichzeitig ein Rosettenzischer einen Geruch von verbranntem Gas verbreitet?


Wenn der Wind weht, ein Hauch von Käse, einen abdrücken, leise, laut, schmetternd oder stockend, mit Puder oder ohne. Es bleibt immer dasselbe: Ein Furz. Du möchtest nicht mehr weiterlesen, ekelst dich oder findest das Thema geschmacklos? Schön

In der Öffentlichkeit ist es ja schon sehr unangenehm, wenn man Duftnoten setzt, die einem fast umhauen. Noch nie habe ich es im öffentlichen Raum zugegeben. Im Zug schaue ich einfach ganz vorwurfsvoll zu meinem Nachbarn und rümpfe meine Nase. Blöder ist es, wenn wir nur zu Zweit dasitzen. Dann muss ich wohl oder übel meinen Kopf hinter einer Zeitung verbergen.

Zu Hause ist man lockerer. Die einen, die wie ich ein grosses Vokabular an Furztönen und Düften haben, die schämen sich irgendwann nicht mehr, zu Hause das Treiben einfach zuzulassen. Denn würden wir nicht rauslassen, was im Bauch rumort, würden wir irgendwann als gasgefüllte Ballone in der Luft schweben. Deshalb lieber raus damit. Mein Freund hat sich daran gewöhnt und doch meint er hin und wieder, wenn er das gewusst hätte, dann hätte er es sich nochmals überlegt mit mir.

Problematischer wird das Ganze, wenn man nicht alleine oder nicht in Gottes freier Natur läuft. Zum Beispiel beim Joggen in der Stadt. Da muss man immer damit rechnen, dass just in dem Moment, in dem man seinen Darm entlüftet, der Chef, der Nachbar oder die Liebe seines Lebens am Strassenrand steht. Und da macht der kleine Nachbrenner in der Jogginghose natürlich keinen besonders guten Eindruck. Noch schwieriger wird es beim gemeinsamen Laufen. Unter guten Freunden oder im familiären Kreis mag es ja noch angehen, dass man beim Laufen auch mal einen fahren lässt. Beim Mittagsjoggen mit Bürokollegen oder beim Lauftreff gestaltet sich die Sache schon ein bisschen schwieriger.

Verkneifen ist keine Option. Schon nach ein paar Metern werden Hirn, Bauch und Po zur Folterkammer. Ebenfalls nicht empfehlenswert: Der Pups mit Vorankündigung. Vor allem dann, wenn noch das Wort «Achtung!» vorangestellt wird. Auch schlecht: Die Variante mit der Entschuldigung danach. Nur noch zu übertreffen durch anschliessendes Mit-der-Hand-hinter-dem-Hintern-Wedeln. Am einfachsten: Sich in der Gruppe elegant etwas zurückfallen lassen und der Natur ihren freien Lauf lassen. Oder einfach den Unbeteiligten markieren. Der Läufer an ihrer Seite wird sich nicht hundertprozentig sicher sein, ob das tatsächlich das war, was er denkt, was es war. 



Ein Sonderfall ist das Laufen auf dem Laufband im Fitnessstudio. Dummerweise weiss der Körper ja nicht, dass er buchstäblich auf der Stelle tritt. Was beim Laufen draussen schnell wieder verflogen ist, hängt dem Läufer auf dem Band unter Umständen noch minutenlang nach. 

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